Salier, Brücken, Fährmänner, die Monroe und Kaiser

(Gehört beim Schreiben: Bayern Classic. Weil Speyer doch einst die Hauptstadt des Bayrischen Rheinkreises war.)
Gespenstisch das Beitragsbild. Im Dämmerlicht gerade so von der Handy-Kamera noch erkennbar, die Salierbrücke in Speyer für die Sanierung gesperrt, nur für Shuttlebusse und Zweiräder befahrbar. Ja, das sieht sehr Retro aus. Seit Monaten schon wird gejammert. Sogar der SAP, drüben in Walldorf, wurde angetragen einen eigenen Shuttel-Betrieb für Mitarbeiter einzurichten. Passierte nicht, aber der Verkehrsverbund-Rhein-Neckar macht das schon.
Speyer ist ja durchaus auch anders erreichbar. Aber tagelang schon berichteten die Gazetten. Sogar in einer Mail des Historischen Museums der Pfalz in Speyer wurden mir Alternativen aufgezeigt. Auch auf der Website fehlt der Hinweis nicht, verlinkt auf die Site der Stadt Speyer.
Ich aber nahm die S-Bahn. Meine „Karte ab 60“ muss sich ja rentieren.
Schon lange wollte ich ins Museum, Kaiser Valetinian besuchen. Jetzt schien mir der rechte Augenblick zu sein, ein ruhiges Museum, samt Stadt zu erleben. So war es denn auch. Ich bloggte auf der Hauptseite bereits darüber.

Das Mädchen und der Kaiser Episode 1

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Durch BeHausungen und Museen flanieren in Bonn, eine erträumte Reise.

tl:dr
Ich war in Bonn. Mein dritter Akt in der Reihe „Weihnachtsmarkt und Museum 2018.“
Ich war im Künstlerforum Bonn zur Ausstellung „Behausung“, dort vor allem wegen der Werke von Désirée Wickler, in der Bundeskunsthalle zu Ernst Ludwig Kirchners „Erträumte Reisen“ und im Kunstmuseum zu „Der Flaneur“. Natürlich auf dem Weihnachtsmarkt.
/tl;dr
Die Reise begann auch traumhaft. Es hatte ganz leicht geschneit, der Zug war pünktlich und es wurde einer meiner schönsten Reisen durch das Mittelrheintal. Alles war gepudert. Die Felsen wirkten noch schroffer ohne das Grün der Bäume und den Hauch Schnee, die Reben schienen verzuckert für den nächsten Rheingau-Riesling, die Schiffe fuhren um die Wette, es war wieder Wasser im Strom, nach dem Mördersommer in der Heißzeit.

Der Mittelrhein, zwischen Bingen und Bacharach.

Mein Hotel lag direkt neben dem Künstlerforum Bonn. Gleich hinein!
Gruppenausstellung: Behausung.
Mit dabei: Désirée Wickler
Wir kennen uns, seit in einem ihrer Künstlerbücher Texte von mir enthalten waren. Das Buch wurde an gleicher Stelle ausgestellt. Ich war bei der Vernissage dabei.

Ein Buch wird gemacht, gelesen. Eine Kunst.


Mein Gott, das ist auch schon wieder 6 Jahre her. Seit dem treffen wir uns regelmäßig, mindestens zu den Minipressenmessen. Ich hatte ihre Werke auf Instagram gesehen und kam so auf die Idee mit Bonn, Kirchner und Wickler in Kombi kommt gut. Ich mag auch ihre Arbeiten. Meist sind sie düster, schwarz-weiß.
Guckt auf Instagram: „Work in Progress 1“, „Work in Process 2“.
Dann freute ich mich auf die Ausstellung, ich dachte es könne sich um ein Spiel handeln.
Ich wollte gucken und beim Bierchen im Pawlow abends mit Desiree sprechen, was wir denn auch taten.. Hätte ich nur vorher auf ihre Website geguckt.
„Im Künstlerforum Bonn werde ich bei der Gruppenausstellung Behausung eine neue Arbeit präsentieren, die sich mit den dramatischen Vorkommnissen des Mary`s Mother and Baby Home in Tuam auseinandersetzt.“
Die Zeit berichtete. Der Spruch fehlte unter den Bildern. Ich hatte zwar von den Vorgängen gelesen, aber das Wort „Tuam“ hatte ich damit nicht verbunden. Dennoch, beim betrachten der Werke dachte ich sofort an das alte katholische Kirchenlied „Maria breit den Mantel aus, mach Schirm und Schutz für uns daraus“, aber was unter dem Mantel passiert, wollt ihr gar nicht wissen. Das sind starke Arbeiten, Désirée, sie wirken auch ohne das Hintergrundwissen, erzählen von Gewalt und Missbrauch. Eigentlich sollten sie in einer Kirche hängen wenn jemand jemand*en aus einer reichen Gemeinde kennt :) ….

Désirée Wickler vor ihren Werken auf Instagram, mit Erkläungen an ihre Follower in den Kommentaren.

„The Iron Maiden Of Tuam“ von Désirée Wickler im Künstlerforum Bonn.

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Kurfürsten, Kirchner, Cranach, alles frisch gebohnert

tl;dr
Ich war in drei Museen in Aschaffenburg und auf dem Weihnachtsmarkt. Der zweite Beitrag zu meinem Format „Weihnachtsmarkt und Museum 2018“
/tl;dr

Vor zwei Jahren war ich zuletzt in Aschaffenburg, ich berichtete.

Ave Aschaffenburg!


Damals war mir nur an den Parks gelegen. Heute erkundete ich die Museen, von denen es erstaunlich viele gibt, in einer Stadt mit noch nicht einmal 70000 Einwohnern. Nicht nur die Städtischen Museen,  der Verein KirchnerHaus betreibt im Geburtshaus von Ernst Ludwig Kirchner einen Ausstellungsraum und dort findet noch bis zum 30.12.2018 „Kirchners Kosmos: Der Tanz“ statt.

Schon im ersten Post der Reihe in Mannheim suchte ich nach Kirchner, am Sonntag will ich nach Bonn in die Bundeskunsthalle zu Kirchner: „Erträumte Reisen.“

Tannenbaum geht nach New York

Die Kirchnerausstellung ist erst ab 16:00 geöffnet, also besuchte ich zunächst das Schlossmuseum in diesem wuchtigen (Protz)Bau der Kurfürsten aus Mainz, die hier ihren Zweitwohnsitz hatten und ihre Macht demonstrierten.

Schloss Johannisburg, Aschaffenburg

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Auf dem Lande, die Kunst, viermal mal eins! #radiale2018

Achtung! Ich habe die Kommentare abgeschaltet, bis ich sie dsgvo-konform anbieten kann. Wer mir etwas sagen will kann mir solange eine Mail schicken, siehe Impressum, oder via Twitter oder Instagram, Links gibt es in der Sidebar)
Ich berichtete ja bereits vorab von der Radiale, Kunst im Kreis.

Pi * Kunst – #radiale2018


Morgen gehe ich mit dem „Amt für Schulen, Nahverkehr, Kultur und Sport“ im Rhein-Neckar-Kreis (HD), nicht zu verwechseln mit dem Stadtkreis Heidelberg, auch HD, auf Kulturfahrt.Wie heißt es so schön auf der Website der Radiale?

„Mit „Radiale – Kunst im Kreis“ möchte der Rhein-Neckar-Kreis dem veränderten Profil seiner Kulturarbeit gerecht werden und hat damit nach über 20 Jahren den Titel „Atelier und Künstler“ abgelöst.

4 Orte im ländlichen Raum des Kreises, viele Künstler, aus der Region, die dort prominent ausstellen. Ich empfand es schon immer gut, das der Landkreis HD aktiv Kunst ausstellt, kuratiert. Nicht nur finanziell und ideell Veranstalter unterstützt. Ich bin am Sonntag dann unterwegs.
Ich möchte aber an der Blogparade „Blogparade: Kultur und Kulturtourismus im ländlichen Raum #KulTourRaum“ teilnehmen, die aber auch am Sonntag, 6.5. abläuft. Also poste ich die Ankündigung hier und heute. Ich glaube nicht, dass ich am Sonntag Abend noch fertig bloggen werde, das werde ich erst am Montag machen können! Also seien Sie gespannt! Es ist Montag und los geht’s!
Als man mich via Twitter via DN ansprach, ob ich nicht Lust hätte diese Rundfahrt mitzumachen, wusste ich nicht, was dieses „Radiale“ sein soll. Es ist schon seltsam, dass ich das sonst nicht mitbekommen hätte. Meine Tageszeitung berichtete erst zur Vernissage. Wir haben echt ein Problem. Der Meier, die „Stadtzeitung“ für unsere Region fehlt unendlich, in moderner Form. Ich glaube kein Verlag würde so etwas noch einmal wagen. Vielleicht wäre es eine Aufgabe der Politik in der Metropolregion Rhein-Neckar so etwas zu initiieren. Nein, nicht nur die Hochglanzmagazine mit den Leuchttürmchen darin. Für alle. Institutionen, Konsumenten. Kultur in Sub und Hoch. Nicht nur für die Touristen, sondern für die Millionen Einwohner hier.

Also eine Kulturtour.

Radiale 2018; Kultur im Kreis Klick ins Bild führt zur Website. Logo mit Erlaubnis der Designerin!

Normalerweiße hätte ich so meine Bedenken gehabt. Begegnungen mit Künstlern sind oft schwierig. Was sagt man denn da? Schwierig von beiden Seiten aus. Ich kenne das von meinen Lesungen. oder von Vernissagen. Aber das war sehr angenehm. Trotz der Dauer von 8 Stunden. Mit den Fahrten dazwischen, zum dösen oder unterhalten. Mit der Zeit kam auch der Kontakt, Gespräche.
Erste Station war Leutershausen. Also Hirschberg-Leutershausen. Das war ganz früher Radtour zum Handball, Sonntags, Feldhandball noch. Schlimmer noch als Messdiener zwei mal im Jahr die Wallfahrt zur „Schwarzen Madonna“. Mit Rock und Fahnen in der Straßenbahn und dann ab Lützelsachsen durch die Weinberge. Aber Kunst? Aber Hallo! Dieses Rathaus hat was! Muss ich unbedingt noch ‚mal hin. Da hängt ein Baerwind an der Wand. Auf dem Lande, die Kunst, viermal mal eins! #radiale2018 weiterlesen

Volkskunde in Kurmainz

Das Museum in Heppenheim nennt sich Museum für Stadtgeschichte und Volkskunde. Ein merkwürdiger Titel.
Dabei ist es doch in einem prächtigen Gebäude untergebracht, dem Kurmainzer Amtshof, mit großer, eigener Geschichte.

Historische Altstadt Heppenheim
Kurfürstlicher Amtshof, Museum für Stadtgeschichte und Volkskunde.

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Kubus zum Quadrat #kuma_bepart

Der neue Anbau der Kunsthalle Mannheim ist fast fertig. Irgendetwas muss noch nachjustiert werden, deshalb wird sie gleich wieder geschlossen. Vernünftig. Besser so, als gehudelt und immer wieder zu und auf. Es wird nicht mehr gelautert und gelocht!
Ich war in Heidelberg im Kurpfalzmuseum und auf dem Weihnachtsmarkt, könnt ihr hier lesen.
Ich wollte ja das Format „Weihnachtsmarkt & Museum“ weiterführen.
Am Bismarckplatz , auf dem Heimweg sollte ich 23 Min auf die 5 nach Viernheim warten.
Ich hatte ja schon beschlossen (siehe den Heidelbergpost) das Lobdengau-Museum in Ladenburg noch zu besuchen fiel mir ein und das wollte ich am Tag darauf machen. Der Bundespräsident und die Promis würden um kurz vor 9 wohl weg sein. Der 3. Advent nahte ja schon.
Nahm ich eben die 5 gen Mannheim. Es wurde also eine volle Rundfahrt. Die Kunsthalle hat ja eine eigene Haltestelle. Denkste. Aus irgendwelchen Gründen fuhr die Bahn als E ab HBF zur SAP-Arena. Die Götter des RNV wissen warum. Also lief ich durch die Planken, vom Paradeplatz aus. Ein Blick hatte genügt: Der Weihnachtsmarkt auf den Kapuzinerplanken war voll. Wahrscheinlich auch die Besucher.

Mannheimer Planken, Richtung Wasserturm zum Weihnachtsmarkt D Planken ie sind bis zum 8.1. mal keine Baustelle #seufz
Also hetzte ich gen Weihnachtsmarkt am Wasserturm
Eingang Mannheimer Weihnachtsmarkt
Der Weihnachtsmarkt ist längst nicht so stimmungsvoll, wie der Heidelberger, nur der Wasserturm dient als Kulisse, das Jugendstil-Ensemble wird durch ihn auch ziemlich verstellt. So sieht das normal aus.
#lustradeln mit Jugendstil

Das macht den Mannheimern aber nix aus. Sie feiern trotzdem und meist friedlich.
Ich ergatterte noch Futterage und einen Bio-Glühwein (weiß) vom Winzer. (Der ist nicht so süß, hier steht Zucker… Aber deswegen nehm‘ ich ja den.) „Carpe diem“ war dann ein gutes Zitat für diese Tag.
Weißer Bio-Glühwein auf dem Mannheimer Weihnachtsmarkt.

Direkt nebenan dann die Kunsthalle.
Neuer Anbau der Kunsthalle Mannheim des Nachts im Dezember 2017.
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Kelten, Römer, Franken im Lobdengau

Lobdengau? Guck hier. Mit der Hauptstadt Ladenburg.
Zum zweiten mal verschätzte ich mich gewaltig, war unvorbereitet. Ich sagte es ja bereits, ich wollte ins Lobdengau-Museum. Hätte ich mir die Website besser angeschaut, hätte, hätte. Das ist kein kleines Museum. Das sind 5 Stockwerke. In Ladenburg. 7 km entfernt. Wie oft fuhr ich schon mit dem Rad hin auf einen Kaffee, ein Bier, als Station auf dem Weg nach Schwetzingen oder Heidelberg. Steht ja auch hier im Blog. Ich las sogar schon in Ladenburg – guck: „Verletzte Seelen“. Vielleicht sollten die Ladenburger in die Social-Media-Welt einsteigen und von ihren Schätzen erzählen…Ich war schon in dem Museum, vor Urzeiten, irgendwie hat etwas nicht gepasst, es war sehr heiß.
Aber jetzt: Was für eine partizipative Museumspädagogik!

Schüler kuratieren Museum

Das sieht dann so aus:
Wandbeschschriftung im Lobdengau-Museum
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Wittelsbacher, Mithras, Weihnachtsmarkt

Seit Jahren will ich schon in dieses Museum, aber zumeist bin ich in Heidelberg mit dem Rad unterwegs und das Kurpfälzische Museum liegt mitten in der Fußgängerzone. In Heidelberg sind selbst Radparkplätze knapp, also ließ ich es. Wie dumm von mir.

Portal des Kurpfälzischen Museums Heidelberg

Eigentlich wollte ich nur meine Reihe Weihnachtsmarkt und Museum fortsetzen. In Frankfurt war ich ja schon. Ursprünglich hatte ich eine Main-Museums-Reise geplant (Hanau, Aschaffenburg), aber da lockte auch Karlsruhe mit der Cézanne-Ausstellung und die Kunsthalle in Mannheim sollte auch eröffnet werden. Aber ich hatte für weite Ausflüge mit der Bahn keine Lust. Das dauert im immer nach dem Fahrplanwechsel, bis alles läuft. Also setzte ich mich in die Straßenbahn und fuhr eben erst Heidelberg, dann Mannheim an. Die volle Rundfahrt. Ich hatte für Heidelberg zwei Stunden eingeplant. Ich blieb bis mich die Stimme des Museums zum gehen drängte und sah nicht alles! Ich werde wohl mit einer Fachfrau dereinst wiederkommen. Wittelsbacher, Mithras, Weihnachtsmarkt weiterlesen

Römerglanz, Paul und Museen

tl;dr
Ich war auf dem Weihnachtsmarkt in Frankfurt.
Und in Museen. Das beschreibe ich aber im Hauptblog! Dieses Jahr gibt es Museen und Weihnachtsmärkte, die ganz nahe dabei liegen von den Nebenflüssen des Rheins. Main und Neckar, also alle wieder aus unseren zwei Metropolregionen Rhein-Neckar und Rhein-Main. Für uns HP-Menschen.
(Zum Beitragsbild: In letzter Zeit nehme ich ja gerne Plakate von Ausstellungen mit. Originalbilder dieser Klasse könnte ich mir ja nicht leisten, wohl aber Originalplakate, gell! Aber bei Schneegestöber damit über den Weihnachtsmarkt zu traben macht keinen Spaß, also gab es Magnetbildchen für den Kühlschrank. Hier die von der Schirn! Die Sammlung dort wächst auch. Die Milch im Inneren, samt Eiern und Riesling sind schwer beeindruckt! Ja, das sind sehr oft Weinachtsmärkte!)
Laut Eigenaussage ist der Frankfurter Markt einer der bedeutendsten in dieser unserer Republik, deren Haupstadt sie ja nicht wurde, schade eigentlich. Nun ja. Er hat schon was.

Lichtermeer auf dem Weihnachtsmarkt in Frankfurt. Die Bürgerhäuser wurden extra neu wiedergebaut, so als Kulisse. :)
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