Bewerbung als Burgenblogger.

Dieser Link hat es mir angetan.

Die Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE, Hüterin aller Burgen am Mittelrhein), die Rheinzeitung Koblenz (das Leitmedium am Mittelrhein) und die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz (ein „Think Tank“ für die Zukunft von Regionen in Rheinland-Pfalz) schreiben in diesem Sinne eine Stelle aus, die es so noch nie gab:“

Wer will Burgenblogger/in werden?

Hhm. 6 Monate auf einer Burg leben und bloggen. JAAA! Sogar für Geld. O. k. muss ich meinen Noch-Arbeitgeber fragen, aber das wird er einem Altersteilzeitler wohl nicht verwehren, oder? Wobei ich gar nicht weiß, ob man einen alten Mann überhaupt in Erwägung zieht. Einen Winzblogger, wie mich.

Und dann noch im Mittelrheintal.

So oft von mir befahren. Mit der Bahn und einmal (fast ganz) mit dem Rad. Alte Blogleser hier wissen es: Das ist auch verbloggt. Fast alle Probleme, die in der Ausschreibung stehen, sind bereits angerissen, samt meiner Liebe zum Rhein, seinen Menschen und Widersprüchlichkeiten vom Seerhein bis zum Niederrhein.

In 4 Blogposts:

Es könnte auf Burg Sooneck eigentlich alles so weitergehen. (Das Bild ist von Burg Rheinfels) Ein 6-monatiges gebloggtes Tweetup.

6 Monate zu Fuß, mit dem Rad, dem ÖPNV das Tal erkunden. O. k., das mit den örtlichen Nahverkehrsverbünden lernt man dabei wie von selbst, bisher kenne ich Rhein-Sieg, Rhein-Mosel und Rhein-Nahe. Links und rechts des Stromes. Brücken suchen, ungebaute Brücken suchen, Fähren suchen, Menschen suchen, Geschichten suchen, Kunst suchen, Künstler suchen. Literaten suchen, Schreiber suchen, Musiker suchen, Musik suchen, Burgen besuchen, Burggeschichten suchen. Feste suchen, Märkte suchen, Festivals suchen. Alles von unterwegs getwittert, soweit das Netz es hergibt.

Und nie vergessen, dass die Karten des Mittelrheintals auch wie eine Weinkarte gelesen werden können. Ich will Weine kosten, Winzer sprechen, Reben bestaunen.

Ich will den Menschen zuhören, wie sich der Dialekt verändert, flussaufwärts. Ich will wissen, wie es sich anfühlt, fast in einem Museum zu wohnen. Ich will wissen, wie dort Jugendliche ticken, ich will wissen, was die Touristen bewegt, die Biker. Ich möchte gerne Schiffer treffen, Bootsbesitzer.
Ich würde Geschichten vom Wasser suchen. Fischer. Und die Menschen, die immer wieder die Fluten abpumpen, sauber machen. Die Angst vorm Wasser erahnen.

Und abends dann bloggen. Die Tweets, die Geschichten, die Interviews. Witze, Dramen. Was mir begegnet. Das Gebloggte vertwittern, das Blog ins Facebook stellen. Vernetzen.

Gibt es Blogger vor Ort? Facebook-Freunde? Wer twittert aus den Landschaften des Mittelrhein? Kann man dieses Social-Rhein-Folk auch treffen, leibhaftig, betwittern, bebloggen? Kann ich irgendein Museum, eine Burg, überreden ein Tweetup zu starten?

Und all das finden, von dem ich gar nichts weiß.

Ganz im Untergrund, noch tief vergraben steckt auch noch eine Geschichte, die es noch nicht gibt, die sich auf der Burg nächtens selbst schriebe. Egal in welches Blog. Eine Geschichte von Drachen im Rheintal, die eigentlich Aliens sind … Wer weiß, wer weiß.

Wer weiß, ob man mich lässt, die Konkurrenz scheint groß.
Egal, fahr ich halt so mal wieder hin. 🙂