Ruinen, Staffagen, Kriege

Was eigentlich treibt uns an Ruinen zu erhalten? Einer der VorgÀngerstaaten dieser unserer Republik hatte das sogar in seine Hymne geschrieben, dass man daraus erstanden sei.
Sie erklang wÀhrend olympischer Spiele 192 Mal. Z.B.


Burgruinen meine ich hier natĂŒrlich. Heidelberg z.B.
Das Schloss. 192m ĂŒ.N. Platz 4 den unter den meistbesuchten SehenswĂŒrdigkeiten Deutschlands.

Schloss Heidelberg

Schloss Heidelberg

Mit der Bergbahn dort kann man hoch zum Königstuhl (552 m ĂŒ.N.) fahren, oder mit dem Bus. Der gleiche Berg, ein paar Höhenmeter aufwĂ€rts. Dort verkommt seit Jahren das Berghotel. War mal eine Top-Adresse.

Berghotel Heidelberg auf dem Königstuhl. 1.7.2016

Berghotel Heidelberg auf dem Königstuhl. 1.7.2016

Ein unmöglicher Zustand. NatĂŒrlich. Soll ja auch geĂ€ndert werden, nur wann?
Was daran stört uns da? Man könnte ja auch warten, oder es kĂŒnstlich zur Ruine werden lassen!
Oft genug ließt man ja auch bei Besuchen: Zerstört im 2. Weltkrieg und wiederaufgebaut (Sic), siehe oben. Wir bauen sogar Ruinen wieder als Ruinen auf. Eine Googleabfrage ergibt eine Trefferquote von 3.110.000 EintrĂ€gen.

Screenshot Google: Zersört im 2.Weltkrieg.

Screenshot Google: Zerstört im 2.Weltkrieg.

Die Bildabfrage im Screenshot dazu:
Screenshot_google_zerstört_2_weltkrieg

Damit kein MissverstĂ€ndnis aufkommt: Wir haben diesen Krieg angefangen, tragen Schuld. Ich möchte nicht ĂŒber den Sinn des Luftkrieges, den Sinn von Krieg hier philosophieren. Krieg hat keinen Sinn.
Diese Bilder verdrĂ€ngen wir gerne, wollen nicht daran erinnert werden. Als Kind kannte ich noch den Begriff „Bombenloch“, wenn man durch Mannheim stapfte, das dauerte bis in die 60iger Jahre hinein, bis diese Zeit visuell-vordergrĂŒndig verschwunden war. Aber dennoch, wer eine grĂ¶ĂŸere deutsche Stadt besucht, sieht nie das, was einmal war wirklich, von Ausnahmen wie Heidelberg abgesehen. Wir haben in einem „totalen Krieg“, der auch ein Raubzug war, nicht nur grĂ¶ĂŸtmögliche Barbarei begannen, Völker gemordet, unsere KĂŒnstler vertrieben, die Kunst wegradiert und unser architektonisches Erbe zerbombt. Fast nichts mehr erinnert mehr daran.

Wobei aber Burgen auch Kriegseinrichtungen waren, belagert wurden, nicht zerbombt, einstmals, sonder geschleift. Ein schönes Wort, gell? Warum bewahren wir uns solche alten GemĂ€uer auf, hegen und pflegen sie, besuchen sie? Ich bin keinesfalls dafĂŒr sie abzureißen , nein, nein. Aber warum romantisieren wir sie, machen Ritterspiele, die doch auch Gewalt darstellen. Ja, ja, ist ja nur ein Spiel.

Screenshot Googleabfrage "Burgromantik

Screenshot Googleabfrage „Burgromantik

Warum?
Als ich noch Burgenblogger (SIC) werden wollte, ĂŒbte ich via Weinheim und schrieb dort dies:

Screenshot Google: Zersört im 2.Weltkrieg.

Die Wachenburg und Burg Windeck in Weinheim.

Ich kann nicht ĂŒber Weinheim mit seinen zwei Burgen bloggen, ohne dass dies eine mittlere Autobiographie wĂŒrde, so um die 1000 Normseiten. Ja gut, ein wenig hab ich ja schon geschrieben ĂŒber das Milliardendorf Weinheim:) Ich habe heute Morgen schon 4 EntwĂŒrfe dorthin geschickt, wohin gelöschte Dateien gehen. Die zwei Burgen waren immer da. 37 Jahre lang hingen sie bildlich gesprochen ĂŒber meinen ArbeitsplĂ€tzen. Morgens im Nebel, abends im Scheinwerferlicht, nachts dunkel, oft mit dem Mond streitend. Höre ich das Wort Stadt, dann blitzt Mannheim auf, bei Fluss ist es der Neckar, bei Bach die Weschnitz und bei Burg die Windeck.

Es gibt ja auch die MittelaltermÀrkte, all die VerklÀrung alter Zeiten, die bestimmt nicht ganz so toll war. Leibeigener wÀre ich nicht so gerne.

Die Burgen sehen natĂŒrlich sehr gut aus, wie sie da im Wasser stehen oder auf Bergen umherlĂŒmmeln. Schön gepflegt, mit Biergarten und HochzeitslokalitĂ€t. Ich mag sie. Nur ein wenig Erinnerungskultur an die Barbareien wĂŒrde ich mir wĂŒnschen. Mehr als ein bescheidenes „Zerstört durch französische Truppen 1642“. Es waren sowieso Söldner., aus aller Herren LĂ€nder. Etwas mehr Distanz zu der „Adelskultur“, das Leben der Normalos berĂŒcksichtigen, die Unsummen, die gerade Schlösser kosteten und wer das wie bezahlen musste.

Die Herren pflegten in ihren Parks sogar Staffage, um nicht mit dem echten Volk hantieren zu mĂŒssen.

Die Wacht, ein Staffagedörfchen im Park Schönbusch

Die Wacht, ein Staffagedörfchen im Park Schönbusch

In Schwetzingen gibt es gar eine „Ruine“ als romantische Staffage..


Und wir nutzen sie…Doch das war schön…

Weltkriegsruinen gibt es ja so gut wie keine mehr. Mir ist eigentlich nur die Kaiser-Wilhelm-GedĂ€chtniskirche bewusst. Angesichts der Ansinnen der Neunazis und besorgten Gesellen heutzutage, die auch anfangen die Kultur wieder beschneiden zu wollen, lĂŒgenpressen und geschichtsklittern, die Vergessen pflegen, sollte das Ruinenland Deutschland als Mahnmal öffentlich wirksamer sein. Und wenn es nur Bildtafeln wĂ€ren, an allen restaurierten GebĂ€uden mit dem Satz: „So sah es hier 1945 aus“.

Waren nur so ein paar Gedanken. Passen nicht in die Landschaft. Lesen sich so triefnĂ€sig. Ich weiß, ich hör‘ ja schon auf.. Aber vielleicht… Genau! NatĂŒrlich sollen wir all die schönen Dinge nutzen, benutzen, kulturell ausnutzen, aber nicht so tun, als wĂ€re die Welt nur Staffage. Als wĂ€re nichts geschehen.
Manchmal denke ich dieser Lennon war gar nicht so verkehrt..

Ave Aschaffenburg!

tl;dr Ich war in Aschaffenburg, besuchte die Parks und mir gefiel es. Leichtes geschichtsphilosophisches (populÀrunwissenschaftlich) Gedankenwirren.
Schautafel der Stadt Aschaffenburg fĂŒr ihre Parks.."AB ins GrĂŒne"

Schautafel der Stadt Aschaffenburg fĂŒr ihre Parks..“AB ins GrĂŒne“

Wo sonst in StĂ€dten die Tafeln zu den ÖPNV-Liniennetzen hĂ€ngen, zeigt die Stadt Aschaffenburg die Wege zu ihren Parks. Zwei davon half Herr Sckell mitgestalten. Seit der Aktion #lustwandeln (Storify) bin ich ja auf der Jagd nach den GĂ€rten, die er anlegte. Erst die kleinen, ganz in der Umgebung, dann etwas weiter, alles noch im Rahmen unseres VRN. Man kann das hier mitverfolgen. Aschaffenburg stand schon lange auf der Liste, aber irgendwie schob ich das immer hinaus. Dagmar bloggte im Mai ĂŒber das Pompejanum. Meine Neugier war noch weiter geschĂŒrt, davon hatte ich noch nie etwas gehört.

Wegzeichen des

Wegzeichen des

Also, nix wie hin. Schließlich gehört es auch zur Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, wie unser Kreis auch. 1:35 mit der Bimmelbahn via Weinheim und Darmstadt. Also so weit es es nun auch nicht. Wieder eine 3 LĂ€nderreise. Hessen, BaWĂŒ, Bayern. Man spricht hier auch eine spezielle Form des RheinfrĂ€nkischen, wie wir auch und Frankfurt liegt nĂ€her als WĂŒrzburg. Ich wollte dieses mal wirklich nur die Parks erwandern, keine Museen, keine Kirchen besuchen und wirklich, ich sah nicht alles in den Parks. Die Fasanerie gar nicht. Ich hatte mir eine Route zurecht gelegt. Gleich nach dem Hauptbahnhof, ein kurzes StĂŒck durch die FußgĂ€ngerzone (die mir auch erkundenswert scheint) „Schöntal“ Ich protokollierte auf Twitter. Ich mag das langsam sehr fĂŒr dieses Blog, es nimmt die Stimmung mit, notiert im Hintergrund quasi auch die Gedanken..

 

 


Ein kleiner Park, anheimelnd und vor allem genutzt. Radfahrer, Rollatoren, EinkÀufer, Jogger, Flaneure, wie mich. Man merkt die Handschrift Sckells. Das letzte Bild zeigt eine reale Ruine als Staffage, ein ehemaliges Beginenklosters. Beginen kannte ich eigentlich nur aus Köln. Ein Ort zum entschleunigen, zum atmen und doch mitten in der Stadt.
Und dann weiter, wieder nur ein Paar Schritte das:

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Birkenau, in der Unhölle der geschlossenen englischen GÀrten

tl;dr Ich war in Birkenau, Odenwald. Der Schlossgarten ist geschlossen und die Erinnerung an Antonia Baum in der FAS: „Wie die Odenwaldhölle junge Menschen zurichtet – und wie ich aus ihr entkommen bin.“ quietscht immer noch im Hirn.

Ein von vielen, vielen Sonnenuhren in Birkenau (Odenwald)

Ein von vielen, vielen Sonnenuhren in Birkenau (Odenwald)

Ein Post fĂŒr das Protokoll und die Erinnerungen.
Zu meinen frĂŒhesten Reiseerinnerungen gehört die Fahrt mit der „Husch-Husch“ durch die Tunnels zwischen Birkenau (Odenwald) und Weinheim Bergstraße, noch mit der Dampflok (oder war das anderswo?). Weiterlesen

Ruinen im Takt, Takt, Takt

tl:dr Ich war auf dem Burgweinfest in Neulauingen, fahre Bus durch den PfÀlzer Wald, lausche Musik und lassse Gedanken schleifen zu alten Kriegen und neuen Gefahren, alles entspannt zu feinem Wein

Ein "SĂŒwex?" in seiner Dieselinkarnation am Eisenbahnknotenpunkt Monsheim auf dem Weg der RB 45 nach GrĂŒnstadt.

Ein „SĂŒwex?“ in seiner Dieselinkarnation am Eisenbahnknotenpunkt Monsheim auf dem Weg der RB 45 nach GrĂŒnstadt.


Wieder unterwegs ins Leininger Land. Nach Dirmstein fuhr ich mit dem Rad, ich berichtete. Immer noch neigt aber das Wetter hienieden zu Schauern, also wieder die Variante Bus und Bahn. Und da tut sich was, in Rheinland-Pfalz. FlughĂ€fen können sie nicht gut oder AutorennplĂ€tze, aber der Rheinland-Pfalz-Takt wirkt, langfristig. Seit dem Fahrplanwechsel sieht man die neuen Fahrzeuge mit dem charakteristischen Rot und den Rauten. Man kommt auch kaum mit, wie die Töchter der alten Tante Bahn denn nun heißen, SĂŒwex, DB Regio SĂŒdwest, egal, es funktioniert. Als ich die Strecke das erste mal vor 9 Jahren zum Mundartdichterwettbewerb fuhr, ihr erinnert euch sicherlich :), fuhren da noch die alten knatternden Dieseltriebwagen, die meine Oma immer „Rote Hexe“ nannte. Heute sind die Fahrzeuge chic wie ein TGV. Mit Laufband der folgenden Stationen, z.B. suwexin
Aber dieses Mal ging es 10 km weiter ge’n PfĂ€lzer Wald. Was war passiert? Ich twitterte:


Es ergab sich dann in der TL ein heftiger Zuspruch mit Geklonge. Ich demonstriere das hier jetzt nicht, was sollen denn die Leute von uns denken, gell.. fand dann das.


Also die bekannte Strecke, die vollkommen entschleunigt. Mannheim-Worms / Worms-Monsheim / Monsheim-GrĂŒnstadt durch die Wingert, sozusagen. Irgendwie fĂ€llt es jedesmal schwer sich vorzustellen, wer das alles trinken soll.


und dann mit dem Bus nach „Kreuz-Neuleiningen“.

Neuleinigen, geknipst nahe der Haltestelle "Neuleiningen Tal"

Neuleinigen, geknipst nahe der Haltestelle „Neuleiningen Tal“

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Feste Dilsberg, Kunst und #dankeBeach

tl;dr
Ich war mit VRN-Bus & S-Bahn in NeckargemĂŒnd-Dilsberg, betrachtete ein Kunstwerk in einer Mannheimer UnterfĂŒhrung, vergas mein Handy im OEG-City-Beach und bekam es wohlbehalten zurĂŒck. Eine gute Geschichte, nach unten scrollen.

Seit Tagen die tÀgliche Warnung

Seit Tagen die tÀgliche Warnung


Haltestelle VRN Bus 753 "Vor dem Tor" NeckargemĂŒnd-Dilsberg

Haltestelle VRN Bus 753 „Vor dem Tor“ NeckargemĂŒnd-Dilsberg

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Der Dilsberg links oben, aus dem Schwalbennest in Neckarsteinach geknipst.

Der Dilsberg links oben, aus dem Schwalbennest in Neckarsteinach geknipst.

Wie soll man da seine Quote als Ausflugsblogger erfĂŒllen? Es ist ja nicht schlimm, wenn Mann einmal nass wird, aber bei Blitzen im freien GelĂ€nde ist der Spaß vorbei! Aber wer sagt denn, dass man ĂŒberall hin mit dem Rad muss? Zu was hab ich meine „Karte ab 60“? Ich liebĂ€ugle schon eine Weile einmal das Busnetz des VRN zu erforschen. SpaziergĂ€nge im Odenwald etc. Man wird ja nicht jĂŒnger und wer weiß, wie lange ich noch so kann. Doch, das darf man ruhig ĂŒberlegen. Nix ist normaler als Ă€lter werden, samt begleitender Erscheinungen. Mir kam der Dilsberg in den Sinn. Ich bloggte zuletzt 2007 von dort, mit Lyrik im Bild, alter Brille, altem Fahrrad. 🙂 Liegt hoch ĂŒber dem Neckartal. Berge hochfahren liegt mir als Kind der Ebene auch nicht so, normalerweise schiebe ich das Rad dorthin 3 km steil durch den Wald von Neckarsteinach aus hoch und fahre dann genĂŒĂŸlich ab, nach NeckargemĂŒnd, aber ich wollte ja ohne Rad und die S-Bahn ist vor Neckarsteinach im Ersatzschienverkehrmodus. Kurze Recherche auf Bahn.de und siehe da. Kann man bis vor die TĂŒr fahren, wie so ein Tourist.
Neckar Dilsberg 01.jpg
Von Kuebi – Armin KĂŒbelbeck – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6424624

In der Wikipedia die besseren Fotografen.. eingebettet von dort: Der Dilsberg aus der Oberburg Neckarsteinach.

Ich nahm, wie immer, meine Timeline mit. Live Dokumentation heißt das wohl.


Beim Umsteigen in NeckargemĂŒnd….ein paar Meter vom Bahnhof, der ideale Warteplatz.

Kopfstehen im Urlaub?

Ein Post zu Tanja Praskes Blogparade „Mein Kulturtrip fĂŒr dich im Sommer“ – Aufruf zu #KultTrip
Urlaub ist ja so eine Sache. Also das silberne Ehrenband fĂŒr Treue im Urlaub oder der jĂ€hrliche Trip zur Halbpension waren noch nie mein Ding. Ich reise lieber. Ich habe mir auch was fĂŒr mich ausgedacht. Metropolregionen betrachten. Berlin mal außen vorgelassen. Das kann man immer mal machen. Nein die deutschen Metropolregionen. Einfach die Liste abarbeiten und suchen, was es da alles gibt. Keine StĂ€dtereisen. Metropolreisen. Ich hatte eigentlich vor die grĂ¶ĂŸte, Metropolregion Rhein-Ruhr zu untersuchen, was es da alles an Kunst gibt. Aber das Wetter war nie danach. Aber das macht man besser außerhalb der Urlaubszeit, wenn die Spielzeiten der Theater wieder beginnen. Ersatzweise kann man natĂŒrlich auch die VerkehrsverbĂŒnde betrachten. Wie man will.
Dann lachte ich laut, als ich den Titel der Blogparade verinnerlichte. Ich lachte, weil dieses Blog eigentlich ein einziger Tipp ist. Meine AusflĂŒge. Jo es sind halt Trips. FĂŒr die Eingeborenen hier und wer kommen mag, gerne auch, mĂ€ sin gaa ned sou!
Meine Region hier als Schwerpunkt. Unser Landkreis Bergstraße (HP) ist ganz offiziell Teil der Metropol-Region Rhein-Neckar und der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main.
Nimmt man die Liste zur Hand, dann wĂ€re unsere Region mit 7,2 Millionen Einwohnern die zweitgrĂ¶ĂŸte. Mit 4 BundeslĂ€ndern. Könnt ihr mal gucken.
Kaiserdome in Speyer und Worms. Kunst im Hackmuseum Ludwigshafen. Das Abmahnermuseum in Mannheim erwĂ€hnen wir nicht. Die Kunsthalle Mannheim noch im Ausbau… Burgen, Schlösser, Parks.. und so weiter… seht euch um! Ich habe natĂŒrlich nur einen Bruchteil hier gelistet. Vor allem kleinere Dinge.
oeg_heidel
Ihr liebt Skurilles dann lest doch meinen Tipp zu einer kulturellen Straßenbahnfahrt…

Alles um die Ecke, gerade fĂŒr Leute, Ă€hem, so Rentner… Menschen, die einfach mal im Hiersein, oder so. Die erst wieder an die Loire wollen, wen das Hier abgearbeitet ist, das Wegfahren auf die 70 km begrenzt ist, weil man es kann.
Da gĂ€be es dann noch im Norden die Frankfurter Museen, LandeshauptstĂ€dte mit römischer Migrationshintergrund,wie Mainz & Wiesbaden… sowas halt.
Was ich nun eigentlich sagen wollte, also rein kulturell werde ich im Juli noch… weiß noch nicht, aber ganz bestimmt im August nach Karlsruhe fahren. Karlsruhe ist kein Teil der Metropolregion, wollten nicht von Mannheim dominiert werden :), aber ihre linksrheinischen PfĂ€lzer Nachbarn sind es, da schlag ich es einfach dazu, KA ist exakt so weit weg wie Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, von uns aus.
[Update] Da konnte man natĂŒrlich nicht nein sagen! Karlsruhe ist Teil der „Trinationalen Metropolregion Oberrhein“[/update]
Denn die Kunsthalle dorten hat einiges kapiert. Auch ĂŒber Urlaubskultur, die sich wandelt und macht so einiges. Unter dem Motto „Kein gewöhnlicher August“.
Hey, es ist Sommer. Ich werde mindestens einmal hinfahren und bloggen.

Kunsthalle Karlsruhe, ein Sommer samt MĂ€rchen.

Kunsthalle Karlsruhe, ein Sommer samt MĂ€rchen.


Das ist nÀmlich die zweite geplante Barockstadt nach Mannheim und man kann Schabernack treiben dort. Doch!

Die OEG, die jetzt eine 5 ist.

Ich- 1961 vor OEG-Schienen am Elternhaus

Ich- 1959 vor OEG-Schienen am Elternhaus


Ich bin nicht an der OEG geboren, aber so nach ein paar Tagen im Krankenhaus Viernheim wuchs ich in unmittelbarer NĂ€he der OEG-Schienen auf. Die liefen schlicht auf der anderen Straßenseite entlang. Sie war, blieb und ist mein Tor zur Welt. (Doch das geht…)
Nein, nein nix besonderes, nur eine Straßenbahn.
Mit 3 Jahren schon musste meine Mutter mir hinterher rennen, im Unterrock, weil ich zur sehr nahen Haltestelle „Haltepunkt“ lief, mit Vaters Aktenmappe unter dem Arm, weil ich „schaffen“ gehen wollte. Alle Reisen begannen dort, endeten dort.
Mein einziges Bild mit fahrender OEG. 1961. Der Anlass ist klar, der Herr daneben tut heute nichts mehr zur Sache.

Mein einziges Bild mit fahrender OEG. 1961. Der Anlass ist klar, der Herr daneben tut heute nichts mehr zur Sache.


Zu den Bahnhöfen in Weinheim gen Osten, nach Mannheim gen Westen. SpĂ€ter nach Heidelberg, Ho-Ho-Hotschi-Min, nur am Rande. Die Altstadt, ihr versteht. Zum Nationaltheater Mannheim, den Kinos, den Stones im Eisstadion. Ich habe was weiß ich wie viele Dinge geschrieben in dem O_E_wigem_G_ewackel. Gelesen, hunderte von BĂŒchern, Zeitungen. Geknutscht, gelacht, geheult (heimlich). Zur Arbeit gefahren, 30 Jahre lang. Als es ging mit dem Rad d’rin. Ich hatte Wochenkarten, Monatskarten, nicht immer von Viernheim aus, Jahreskarten, heute die Karte ab 60, die Flat.
Die Schienen liegen am Elternhaus jetzt 200 m sĂŒdlich, die Haltestelle heißt Kapellenberg. Seit 3 Jahren nutze ich sie wieder. 12 Minuten brauche ich hin. Es ist jetzt die Linie 5 des RNV. Die Geschichte der Oberrheinische Eisenbahn-Gesellschaft ist hier nachzulesen.
Die 5 verbindet die drei (zeitweiligen) HauptstĂ€dte der wittelsbachischen Kurpfalz, Weinheim, Heidelberg und Mannheim, mit den Gemeinden dazwischen, samt unserem hessischen Viernheim. Sie könnte also mit Fug und Recht blauweiß-gerautet umherfahren, tut sie nicht, sie ist heutzutage Corporate-Orange. Andere Regionen haben U-Bahn, wir haben die 5. Was erwartet ihr auch von einer Metropol_Hauptstadt, in der das Auto, das Fahrrad und der Bulldog erfunden wurde?
FĂŒr mich verbindet sie immer noch die Bahnhöfe, die Theater, die Bibliotheken, die Parks, was weiß ich was alles.
Die 5 vor dem Nationaltheater Mannheim

Die 5 vor dem Nationaltheater Mannheim


Und warum schreibe ich das alles hier, im Ausflugs-Blog? Ich hatte das Blog ja angelegt, weil ich was haben wollte, um als Burgenblogger zu ĂŒben und das im Litearturteil doch seltsam angemutet hĂ€tte, auf Dauer. Nun, bei der Planung zu meinen Burgentrips hier, die gibt es nĂ€mlich nicht nur im Mittelrheintal, fiel mir auf, dass diese 5, die alte Tante OEG 8 Burgen und Schlösser verbindet, an ihnen vorbeifĂ€hrt, bis auf 2 kann man sie im Fahren bewundern. Nein, die RNV wird das nicht bewerben. Die 5 ist fast immer voll. Touristen braucht sie nicht auch noch. Aber Euch verrate ich es doch! 🙂
Seit vorhin habe ich auch alle hier im Blog bepostet. Nein, das ist kein ReisefĂŒhrer, aber die gibt es zu Hauf, findet ihr beim großen Kuckel. Aber eine Burgschloss-Bepostung nur hier. Wir machen Content, gelle? So Storytelling, nachhaltig, nein das war nie auf Snapchat, ob es da Pokegeister gibt?
Oder, oder?

Wir beginnen in Mannheim. Das Schloss.
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Schloss Mannheim Seckenheim.
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Das Schloss in Edingen-Neckarhausen.
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Das Heidelberger Schloss.

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Die Tiefburg in Heidelberg-Handschusheim
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Die Strahlenburg in Schriesheim.
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In Weinheim ĂŒbertreiben sie, wie so oft.
Die Windeck
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Die Wachenburg.wach_oeg

Alles nur fĂŒr das Protokoll. Nein, nein Touriwerbung ist das keine. Keine PR, kein Marketing. So einfache Sachen kapieren die Agenten in ihren Touren meist nicht!

Wenn ihr mal so mit der 5 mitfahren wollt hat die RNV ein Video auf Youtube gestellt. Wie gesagt, die mĂŒssen dafĂŒr keine Werbung machen. Die 5 ist eh dauernd mehr als voll! Das mit den GeflĂŒchteten lassen wir hier auch weg. Die fahren einfach auch mit, wie wir auch. Es gab Zeiten da waren die Bahnen eben noch voller. Tja nun, der ganze Irrsinn eben. Aber interessanter ist es seit dem….

Im Video selbst sieht man eigentlich nur das Mannheimer Schloss. Die Kamera ist starr auf die Schienen gerichtet, aus der Fahrerkabine.

Ich schreib‘ mal auf, wo ihr eure Köpfe auf einer echten Fahrt drehen mĂŒsstet, außer in Handschuhsheim, da mĂŒsst ihr aussteigen!

Mannheim 00:17:29 bis 0017:40
Seckenheim 00:41:30
Neckarhausen 00.46:54
Heidelberg 01:10:00 (Man beachte die Beflaggung zum Heidelberger FrĂŒhling 🙂
Handschuhsheim 01:17:00
Strahlenburg 01:36:00
Weinheim 01:54:00

Meine Haltestelle Kapellenberg gibt es an 02:18:00

Der Film ist im FrĂŒhling gedreht. Der BlĂŒtenporn der Bergstraße samt Weinbergen direkt an der Schiene gibt es von 01:40:00 bis 01:40:00 bis 48.

Jo, schnell ist das nicht, das ist halt eine Straßenbahn und außer dem Fahrer fĂ€hrt selten jemand ganz im Kreis herum mit. Was ihr habt mich schon gesehen? 🙂

De BlÀsl vun Seggene

„Wie de BlĂ€sl vun Seggene“, sagte mein Opa oft, ich weiß nicht mehr warum. Erst in der Schule lernte ich Viktor von Scheffels „BlĂ€ser Von SĂ€ckingen“ kennen, worauf Opa wohl Bezug nahm, wohl auch eher ein geflĂŒgeltes Wort, sintemals. Ich kannte Seckenheim, das bei uns „Seggene“ heißt vom Bahnhof her. In Viernheim hieße der Bahnhof „Mannheim KurpfalzbrĂŒcke“ nicht Heidelberger Bahnhof, sondern „Seckenheimer Bahnhof“, weil es dan zunĂ€chst nach Mannheim-Seckenheim ging.
Also stellte ich mir als Kind vor, wie da ein Trompeter auf dem Dach der OEG trompetent durch Seckenheim fuhr. Meine Mutter korrigierte mich dann und sagte, das hieße SĂ€ckingen. Also hieß der Ort eben Mannheim-SĂ€ckingen, fĂŒr mich. Ich schweife wieder. Also ich wollte unbedingt meinen OEG-Burgen & Schlösser Ring“ hier im Blog beenden. Das wird zum Schluss ein eigenes Blogpost. Mannheim Hauptschloss postete ich vorhin, Seckenheim hatte ich ja schon vorgestellt. Dieses Schloss steht am nĂ€chsten der Straßenbahnlinie 5. Sie fĂ€hrt unmittelbar daran vorbei.
Aber dann:


Ich fuhr meinen alten Weg bis zu den NeckarbrĂŒcken nach Ilvesheim auf der Suche nach Bank mit Aussicht und Schatten am Wasser.


Ein paar Meter weiter Aussicht, aber kein Schatten.


Und wieder einmal war es Seckenheim…


Zu meinem Erstaunen war das Restaurant wieder eröffnet, seit dem 1.7. , aber ich hatte ja mein Vesper mitgenommen..
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Die Terrasse werde ich demnÀchst wieder aufsuchen..

Terrasse Schloss Seckenheim

Terrasse Schloss Seckenheim


Bei dem Ausblick..
(Alt-) Neckarbogen Seckenheim

(Alt-) Neckarbogen Seckenheim


Das Schloss selbst ist nichtmuseal, schlicht Restaurant und Saal.
Mehr zur Historie beim Stadtarchiv Mannheim (pdf)
Tja, wieder keinen BlÀsl gefunden :))
Den Tag ließ ich dann aber am Rhein ausklingen. Es war ein 2 FlĂŒssetag durch drei BundeslĂ€nder geradelt… :))

Barocker Protz am Rhein

Schloss Mannheim, Ehrenhof, Panorama 180 Grad - aus 5 Aufnahmen zusammengesetzt von Hubert Berberich (Aus Wikipedia)

Schloss Mannheim, Ehrenhof, Panorama 180 Grad – aus 5 Aufnahmen zusammengesetzt
Hubert Berberich

Aus der Wikipedia.
Wappen des Karl III Philipp, KurfĂŒrst & mehr in der Schlosskirche Mannheim.

Wappen des Karl III Philipp, KurfĂŒrst & mehr in der Schlosskirche Mannheim.

Das Mannheimer Schloss, heute schlicht die Uni. Das zweitgrĂ¶ĂŸte Barockschloss Europas nach Versailles. Man muss sich das geben. Weil er die „Heiliggeistkirche in Heidelberg“ nicht nach seinem Gusto katholisieren durfte, fĂŒr seine dereinst Grabgelege, zog er nach Mannheim (heute im Prinzip eine Nachbarstadt Heidelbergs). Dort errichtete der Pfalzgraf zu Rhein, der auch Erztruchsess des Reiches, somit KurfĂŒrst war, Karl Philipp , ehemals Generalfeldmarschall bei den TĂŒrkenkriegen, dieses bescheidene GartenhĂŒttchen, samt Grabkapelle auf der grĂŒnen Wiese unweit des Rheins. Das muss ein VergnĂŒgen gewesen sein mit diesen PerĂŒcken und den MĂŒcken in den sumpfigen Rheinauen. Noch Schiller holte sich da die Malaria. Dieser Karl Philipp war ĂŒbrigens auch Herzog von JĂŒlich und Berg, also Chef in DĂŒsseldorf, diese Wittelsbacher waren ĂŒberall. Blauweiß und rotweiß. Und dann war Mannheim nur 58 Jahre Residenz, weil der Karl Theodor nach MĂŒnchen beordert wurde. Stellt Euch vor er wĂ€re geblieben und der Idomoneo wĂ€re in Mannheim uraufgefĂŒhrt worden, das Wolferl wollte halt Karls Opernensemble und das war ja nun in MĂŒnchen. Kaum zum aushalten, was das Nationaltheater in Mannheim da veranstalten wĂŒrde. UrauffĂŒhrung der RĂ€uber UND des Idemoneo… Der englische Garten in Mannheim, wenn der Herr Sckell hier geblieben wĂ€re?
Aber was soll ich schon schreiben ĂŒber das Schloss, die Schlosskirche? Das ist so alltĂ€glich, ich kann doch nicht einfach so in der Uni herumlatschen, oder doch? Virtuell könnt ihr hier durchschlendern. Und diesen Rittersaal werde ich halt auch einmal besuchen, das kostet Überwindung, bin ich denn ein Tourist? Siehe den Artikel zum Heidelberger Schloss. Ich werde das hier nachholen. Bestimmt.
Also gibt es Bilder aus alten Posts.
Deutsches Eck und Neckarspitz

#schiller2go #walk

De kurpelza Klong

Satirisches schrub ich in meinen „Schillercode oder kein Dalberg da“
krypta
Also, wenn ich das touristisch weiter erarbeitet habe, dann erzĂ€hl ich Euch das hier…

Dies Irae, Seepferdchen, Mozart parkt bei Twitter

Im Zeichen der allgemeinen Partizipation erhalten alle Besucher der mozÀrtlichen SommernÀchte vor dem Nationaltheater Mannheim Regiesessel!

Das Nationalthetaer Mannheim veranstaltet auch dieses Jahr seinen „Mozartsommer“.
Schließlich suchte Herr Mozart ja 176 Tage lang vergeblich eine Festanstellung in Mannheim, was vielen jungen Menschen auch heute noch bis ins hohe Alter vergönnt wird.
Angefixt durch „Mr. Bill“ sintemals, also vor zwei Jahren, (der Außenbereich des Theaters ist ganz in den Farben des Logos pink gestaltet) wollte ich dieses Jahr auch einmal partizipieren, passiv natĂŒrlich…schon alleine, weil der Opernintendant wechselt, man weiß nie, ob es nicht ein letztes mal so werden wĂŒrde. Aber was tun?
Ich hatte es ja d’rĂŒben schon besprochen. #mozpark twitteramus
Nun, heute Abend gibt es den Idemoneo, ein mal mehr beseelt (#augenroll) besprochen. Ich werde es sehen. Die Rezensionen des heilig-beseelten Herrn Chef-Kulturer des MM sind schlecht ertrĂ€glich.. aber, was soll’s. In Heidelberg haben die RNZ-ler auch ihre Macken.

Obwohl das Theater Heidelberg so toll twittert.. Manchmal wĂŒnschte man sich, die Zeitungen wĂŒrden ihre Kritiker periodisch austauschen, wie die Theater ihr kĂŒnstlerisches Personal auch.

Es gibt aber auch die „Nachtmusiken“. Jazzer bearbeiten Mozart. Ich war gespannt und ĂŒberrascht. Musste ich hin.

Eine Gruppe namens „Moz’Art“, mit Musikern, die ich zwar schon gesehen hatte, ohne dass ich mir Namen gemerkt hĂ€tte, ich kann mir eh keine Namen merken…sorry.

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