Die OEG, die jetzt eine 5 ist.

Ich- 1961 vor OEG-Schienen am Elternhaus
Ich- 1959 vor OEG-Schienen am Elternhaus

Ich bin nicht an der OEG geboren, aber so nach ein paar Tagen im Krankenhaus Viernheim wuchs ich in unmittelbarer Nähe der OEG-Schienen auf. Die liefen schlicht auf der anderen Straßenseite entlang. Sie war, blieb und ist mein Tor zur Welt. (Doch das geht…)
Nein, nein nix besonderes, nur eine Straßenbahn.
Mit 3 Jahren schon musste meine Mutter mir hinterher rennen, im Unterrock, weil ich zur sehr nahen Haltestelle „Haltepunkt“ lief, mit Vaters Aktenmappe unter dem Arm, weil ich „schaffen“ gehen wollte. Alle Reisen begannen dort, endeten dort.
Mein einziges Bild mit fahrender OEG. 1961. Der Anlass ist klar, der Herr daneben tut heute nichts mehr zur Sache.
Mein einziges Bild mit fahrender OEG. 1961. Der Anlass ist klar, der Herr daneben tut heute nichts mehr zur Sache.

Zu den Bahnhöfen in Weinheim gen Osten, nach Mannheim gen Westen. Später nach Heidelberg, Ho-Ho-Hotschi-Min, nur am Rande. Die Altstadt, ihr versteht. Zum Nationaltheater Mannheim, den Kinos, den Stones im Eisstadion. Ich habe was weiß ich wie viele Dinge geschrieben in dem O_E_wigem_G_ewackel. Gelesen, hunderte von Büchern, Zeitungen. Geknutscht, gelacht, geheult (heimlich). Zur Arbeit gefahren, 30 Jahre lang. Als es ging mit dem Rad d’rin. Ich hatte Wochenkarten, Monatskarten, nicht immer von Viernheim aus, Jahreskarten, heute die Karte ab 60, die Flat.
Die Schienen liegen am Elternhaus jetzt 200 m südlich, die Haltestelle heißt Kapellenberg. Seit 3 Jahren nutze ich sie wieder. 12 Minuten brauche ich hin. Es ist jetzt die Linie 5 des RNV. Die Geschichte der Oberrheinische Eisenbahn-Gesellschaft ist hier nachzulesen.
Die 5 verbindet die drei (zeitweiligen) Hauptstädte der wittelsbachischen Kurpfalz, Weinheim, Heidelberg und Mannheim, mit den Gemeinden dazwischen, samt unserem hessischen Viernheim. Sie könnte also mit Fug und Recht blauweiß-gerautet umherfahren, tut sie nicht, sie ist heutzutage Corporate-Orange. Andere Regionen haben U-Bahn, wir haben die 5. Was erwartet ihr auch von einer Metropol_Hauptstadt, in der das Auto, das Fahrrad und der Bulldog erfunden wurde?
Für mich verbindet sie immer noch die Bahnhöfe, die Theater, die Bibliotheken, die Parks, was weiß ich was alles.
Die 5 vor dem Nationaltheater Mannheim
Die 5 vor dem Nationaltheater Mannheim

Und warum schreibe ich das alles hier, im Ausflugs-Blog? Ich hatte das Blog ja angelegt, weil ich was haben wollte, um als Burgenblogger zu üben und das im Litearturteil doch seltsam angemutet hätte, auf Dauer. Nun, bei der Planung zu meinen Burgentrips hier, die gibt es nämlich nicht nur im Mittelrheintal, fiel mir auf, dass diese 5, die alte Tante OEG 8 Burgen und Schlösser verbindet, an ihnen vorbeifährt, bis auf 2 kann man sie im Fahren bewundern. Nein, die RNV wird das nicht bewerben. Die 5 ist fast immer voll. Touristen braucht sie nicht auch noch. Aber Euch verrate ich es doch! :)
Seit vorhin habe ich auch alle hier im Blog bepostet. Nein, das ist kein Reiseführer, aber die gibt es zu Hauf, findet ihr beim großen Kuckel. Aber eine Burgschloss-Bepostung nur hier. Wir machen Content, gelle? So Storytelling, nachhaltig, nein das war nie auf Snapchat, ob es da Pokegeister gibt?
Oder, oder?

Wir beginnen in Mannheim. Das Schloss.
schloss_mannheim_burger

Schloss Mannheim Seckenheim.
schloss_seckenheim

Das Schloss in Edingen-Neckarhausen.
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Das Heidelberger Schloss.

oeg_heidel

Die Tiefburg in Heidelberg-Handschusheim
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Die Strahlenburg in Schriesheim.
strahl_oeg

In Weinheim übertreiben sie, wie so oft.
Die Windeck
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Die Wachenburg.wach_oeg

Alles nur für das Protokoll. Nein, nein Touriwerbung ist das keine. Keine PR, kein Marketing. So einfache Sachen kapieren die Agenten in ihren Touren meist nicht!

Wenn ihr mal so mit der 5 mitfahren wollt hat die RNV ein Video auf Youtube gestellt. Wie gesagt, die müssen dafür keine Werbung machen. Die 5 ist eh dauernd mehr als voll! Das mit den Geflüchteten lassen wir hier auch weg. Die fahren einfach auch mit, wie wir auch. Es gab Zeiten da waren die Bahnen eben noch voller. Tja nun, der ganze Irrsinn eben. Aber interessanter ist es seit dem….

Im Video selbst sieht man eigentlich nur das Mannheimer Schloss. Die Kamera ist starr auf die Schienen gerichtet, aus der Fahrerkabine.

Ich schreib‘ mal auf, wo ihr eure Köpfe auf einer echten Fahrt drehen müsstet, außer in Handschuhsheim, da müsst ihr aussteigen!

Mannheim 00:17:29 bis 0017:40
Seckenheim 00:41:30
Neckarhausen 00.46:54
Heidelberg 01:10:00 (Man beachte die Beflaggung zum Heidelberger Frühling :)
Handschuhsheim 01:17:00
Strahlenburg 01:36:00
Weinheim 01:54:00

Meine Haltestelle Kapellenberg gibt es an 02:18:00

Der Film ist im Frühling gedreht. Der Blütenporn der Bergstraße samt Weinbergen direkt an der Schiene gibt es von 01:40:00 bis 01:40:00 bis 48.

Jo, schnell ist das nicht, das ist halt eine Straßenbahn und außer dem Fahrer fährt selten jemand ganz im Kreis herum mit. Was ihr habt mich schon gesehen? :)

Barocker Protz am Rhein

Schloss Mannheim, Ehrenhof, Panorama 180 Grad - aus 5 Aufnahmen zusammengesetzt von Hubert Berberich (Aus Wikipedia)
Schloss Mannheim, Ehrenhof, Panorama 180 Grad – aus 5 Aufnahmen zusammengesetzt
Hubert Berberich
Aus der Wikipedia.
Wappen des Karl III Philipp, Kurfürst & mehr in der Schlosskirche Mannheim.
Wappen des Karl III Philipp, Kurfürst & mehr in der Schlosskirche Mannheim.
Das Mannheimer Schloss, heute schlicht die Uni. Das zweitgrößte Barockschloss Europas nach Versailles. Man muss sich das geben. Weil er die „Heiliggeistkirche in Heidelberg“ nicht nach seinem Gusto katholisieren durfte, für seine dereinst Grabgelege, zog er nach Mannheim (heute im Prinzip eine Nachbarstadt Heidelbergs). Dort errichtete der Pfalzgraf zu Rhein, der auch Erztruchsess des Reiches, somit Kurfürst war, Karl Philipp , ehemals Generalfeldmarschall bei den Türkenkriegen, dieses bescheidene Gartenhüttchen, samt Grabkapelle auf der grünen Wiese unweit des Rheins. Das muss ein Vergnügen gewesen sein mit diesen Perücken und den Mücken in den sumpfigen Rheinauen. Noch Schiller holte sich da die Malaria. Dieser Karl Philipp war übrigens auch Herzog von Jülich und Berg, also Chef in Düsseldorf, diese Wittelsbacher waren überall. Blauweiß und rotweiß. Und dann war Mannheim nur 58 Jahre Residenz, weil der Karl Theodor nach München beordert wurde. Stellt Euch vor er wäre geblieben und der Idomoneo wäre in Mannheim uraufgeführt worden, das Wolferl wollte halt Karls Opernensemble und das war ja nun in München. Kaum zum aushalten, was das Nationaltheater in Mannheim da veranstalten würde. Uraufführung der Räuber UND des Idemoneo… Der englische Garten in Mannheim, wenn der Herr Sckell hier geblieben wäre?
Aber was soll ich schon schreiben über das Schloss, die Schlosskirche? Das ist so alltäglich, ich kann doch nicht einfach so in der Uni herumlatschen, oder doch? Virtuell könnt ihr hier durchschlendern. Und diesen Rittersaal werde ich halt auch einmal besuchen, das kostet Überwindung, bin ich denn ein Tourist? Siehe den Artikel zum Heidelberger Schloss. Ich werde das hier nachholen. Bestimmt.
Also gibt es Bilder aus alten Posts.
Deutsches Eck und Neckarspitz

#schiller2go #walk

De kurpelza Klong

Satirisches schrub ich in meinen „Schillercode oder kein Dalberg da“
krypta
Also, wenn ich das touristisch weiter erarbeitet habe, dann erzähl ich Euch das hier…

Deutsches Eck und Neckarspitz

Ein eher düsterer Text als #Burgenblogger Training

Das sollte eigentlich ein Spotttext auf die Werbung der Metropol-Region Rhein-Neckar werden, die in ihren PR-Filmchen das Rhein-Neckar-Dreieck, die „Neckarspitz“, wie die Mannheimer sagen, immer unterschlägt, ganz im Gegensatz zu Koblenz, wo die Moselmündung als „Deutsches Eck“ prächtigst ausgestattet ist. Überhaupt, dass die Stadt Koblenz an Rhein und Mosel gebaut ist, während Mannheim die Flüsse eher weniger mit einbezieht, fast nur industriell nutzt. Und dann der halb gare Witz, dass man von einer überfluteten Stadt Mannheim noch nie gehört hat. Ein blöder Witz und dann beim Sortieren der eher mäßigen Bilder kam mir ein ganz anderer Zusammenhang.

Kurz vor dem sehr angenehmen Tweetup in Koblenz musste ich natürlich noch zum Deutschen Eck rennen, Tourist spielen, wie schon oft.

Der preußische Protz, der sich da am Deutschen Eck breitmacht, lässt mich aber immer wieder frösteln. Das martialisches Getue, dass sich letztendlich im 1. Weltkrieg niederschlug, dessen 100jähriges ja geradezu gefeiert wird, als hätten die Medien danach gegiert endlich wieder Kriegsgerät darstellen zu können und von Fronten zu berichten.

Das Deutsche Eck ist kein Ort, an dem man sich gerne hinsetzt und Kaffee trinkt. Deutsches Eck und Neckarspitz weiterlesen