Kastor, das Heer, die Mosel, der Rhein, Koblenz.

Palmen am Moselstrand in Koblenz. Ohne geht gar nix!

Palmen am Moselstrand in Koblenz. Ohne geht gar nix!

Das schöne klassizistische Theater Koblenz.

Das schöne klassizistische Theater Koblenz.

Ich war zum zweiten Mal Gast beim Theater Koblenz, zu einem Tweetup geladen. Den Bericht dazu schrieb ich auf eeMBee. „Beautiful #TweetupKo“
Meine bisherigen Besuche in Koblenz waren zumeist Durchgangsbesuche, mit dem Rad, Tweetup etc. siehe oben. Diesmal ĂŒbernachtete ich und nĂ€herte mich der Stadt touristisch. Das Wetter hielt.


Koblenz ist eine alte Stadt, nicht erst seit die Römer hier ihr „Confluentes“ bauten, mit einer hĂŒbschen Altstadt, wie hier auf dem Jesuitenplatz.

Am Jesuitenplatz in Koblenz

Am Jesuitenplatz in Koblenz


Mit St. Kastor, einer uralten Basilika, die wie ĂŒblich in den StĂ€dten links des Rheins auf einem römischen Tempel errichtet wurde.
St. Kastor Koblenz

St. Kastor Koblenz

Ich weiß nicht ob ich dieses Forum Confluentes mag…

Mit einer Stadtbibliothek im Look von Raumschiff Orion

Ich war dort im Mittelrheinmuseum. Interessant vor allem, weil fast alle Exponate Mittelrhein-Bezug haben, mit Bildern von Koblenzer KĂŒnstlern. Auch der Rhein-Romantik wird breitestens dargestellt. Nur die Beleuchtung ist seltsam. Die Deckenlampen gehen knallhart auf die Bilder, man muss herumturnen um etwas erkennen zu können. Aber das ist ja vielleicht Kuratorenkunst, weiß man das heutzutage.

Ich wollte diesmal auch hoch zum Ehrenbreitstein. Liegt immer so gebieterisch ĂŒber dem Rhein, beherrscht fast alles. Den Kaiser Willem lass ich hier mal aus. So hĂ€sslich dieser preußische Protz.
Also hinauf zur Feste hinauf!

Gondeln zum Ehrenbreitstein in Koblenz

Gondeln zum Ehrenbreitstein in Koblenz

Ich war beeindruckt! Die Festung ist multimedial bespielt. Marschmusik wechselt mit Wachablösung, Karren werden gezogen. Nein, das ist keine romantische Burg mit Rittern und Gewandung, das war eine preußische Festung zur Sicherung der MoselmĂŒndung, mit all dem Geschrei von der Wacht am Rhein und dem Erbfeind. Machtdemonstration der aggressiven europĂ€ischen Großmacht, deutsch wurde das erst spĂ€ter. Sie haben sich Deutschland einfach genommen!
Es ist bedrĂŒckend, gerade an solch einem Herbsttag, wenn die BlĂ€tter durch die Höfe fegen.
Bis 1918 waren da Truppen stationiert, bis die Hohenzollern nach dem verlorenen 1. Weltkrieg ins Exil getrieben wurden.

Mauern in der Festung Ehrenbreitstein.

Mauern in der Festung Ehrenbreitstein.

Man hat natĂŒrlich eine großartige Aussicht!Der Willem, den niemand mehr will, ist schön klein.

Blick vom Ehrenbreitstein auf das deutsche Eck in Koblenz.

Blick vom Ehrenbreitstein auf das deutsche Eck in Koblenz.

Die Kuppelbauten sind schon freundlicher auf diesem riesigen Areal, gefĂŒllt mit Museen und Gallerien. Ich sah nicht alles.

Auf dem Ehrenbreitstein

Auf dem Ehrenbreitstein

Wirklich beeindruckt war ich von der Multimedia-Inszenierung „3.000 Jahre befestigter Ort“.
Zitat aus er Website der Festung Ehrenbreitstein:

Eine 3.000-jĂ€hrige KontinuitĂ€t der „Fortifikation“ (militĂ€rischen Befestigung) ist sonst nirgendwo in Deutschland bislang nachgewiesen. Die ArchĂ€ologen stießen hier in verschiedenen Tiefenschichten ĂŒber nur wenige Quadratmeter verteilt auf Reste einer keltischen Fliehburg aus der Urnenfelderzeit (1.000 vor Chr.), eines römischen Burgus von 300 bis 500 nach Chr., der mittelalterlichen Burganlage des 12. Jahrhunderts sowie Teile der kurtrierischen Residenz des 16./17. Jahrhunderts und der Festungsfundamente aus preußischer Zeit.

Diese Zeitleiste wird in Wort und Bild, musikalisch treffend untermalt, als Videoinstallation in diesem „Keller“ an die WĂ€nde projiziert. Ich sah es drei mal. 3000 Jahre Krieg und KurfĂŒrstengeprotze….
In kurzer, deutlicher Sprache, unaufgeregt unsere Geschichte erzÀhlt.

Ausschnitt aus einer Multimediastation unter den Mauern von Ehrenbreitstein!

Ausschnitt aus einer Multimediastation unter den Mauern von Ehrenbreitstein!

Ausschnitt aus einer Multimediastation unter den Mauern von Ehrenbreitstein!

Ausschnitt aus einer Multimediastation unter den Mauern von Ehrenbreitstein!

Da gÀbe es noch viel zu sehen, ich wollte da gerne nochmal hin, aber!

Ich weiß, dass Koblenz eine große Garnisionsstadt ist. Man sieht im Stadtbild immer wieder Soldaten. Das ist gut so, die Bundeswehr muss sich nicht verstecken, nur weil wir nicht daran erinnert werden wollen, dass es Krieg und Totschlag gibt. Aber das hat mich fast umgehauen:

"Heeresmahnmal" auf dem Ehrenbreitstein

„Heeresmahnmal“ auf dem Ehrenbreitstein

Ich habe nichts gegen Erinnerungsdenkmale, aber diese versiffte, hohle Sprache, der „Kameraden-GenerĂ€le“ regt mich auf. Ich war zum Zeitpunkt der Denkmalseröffnung als Wehrpflichtiger Teil dieses „Neuen deutschen Heeres“. Siehe hier. Genau solche Typen hĂ€tten uns zur Tapferkeits-Erlangung wieder in einen Krieg gehetzt, gerne auch gegen ein anderes „neues Deutsches Heer“, es gab nĂ€mlich gerade mal zwei. Und eine Gedenktafel nur fĂŒr das Heer, ohne die Millionen und Abermillionen Massakrierten, samt Völkermord und Raubzug, zu erwĂ€hnen war schon 1972 hohl. Sie waren nie weg und die Pedigisten und AFdler labern wieder vom Volk.

Wenigstens ist die Sprache der heutigen Bundeswehr angemessen!

Mahnmal der Bundeswehr auf Ehrenbreitstein

Mahnmal der Bundeswehr auf Ehrenbreitstein

Das Mahnmal nur fĂŒr Heeresmitglieder, wehe ihr denkt an die Marine oder die Luftwaffe!

Das Mahnmal nur fĂŒr Heeresmitglieder, wehe ihr denkt an die Marine oder die Luftwaffe!

Wenn die bunten Fahnen wehen... ĂŒber der Feste Ehrenbreitstein.

Wenn die bunten Fahnen wehen… ĂŒber der Feste Ehrenbreitstein.

Nein, das brauch‘ ich nicht noch ‚mal.

Aber in Koblenz gibt es ja noch mehr Burgen, Parks, GĂ€rten, Schlösser, Kirchen… und natĂŒrlich das Theater. Man sieht sich!