Straßburg, France


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Heiß war es gestern und die Gnade der klimatisierten RegioZüge der DB kam über uns. Für 27 € (zu zweit und auch retour) mit dem Badenwürttemberg-Ticket nach Kehl und dann noch 3 Stationen weiter mit der Ortenaus-S-Bahn hinein in das Gewühle der Welterbekulturstadt. Dort spürt man nichts, aber auch gar nichts von Unruhen oder Banlieues, alles scheint wohl geordnet und es ist wirklich schön dort, seit meinem letzten Besuch hat sich vieles zum positiven gewendet. Die aufgestellten großen und massenweise anzutreffenden Palmen lassen an Nizza denken. Man kann sich nicht vorstellen, dass diese Stadt zehn Monate lang von der Wehrmacht vollständig evakuiert war, dass hier eines der ersten und größten Progrome gegen Juden im Mittelalter statt fand.
An mein Ohr drang kein Wort elsässisch, es ist eine französische Stadt, von touristischen Beschriftungen abgesehen. Obwohl, ich hörte durchaus Menschen fragen, was das denn sei ein Quiche oder Flammekueche, auf deutsch. Gibt’s das?
Die Europastadt Straßburg wollten wir nicht sehen. Zu was auch. Europäische Geschichte im Überfluss gibt es am Münster selbst zu sehen. Romanisch begonnen und gotisch in die Höhe geschossen mit ewig fehlendem zweiten Turm. Auch ein Protzbau, aber einer der Straßburger, kein Kaiser hat da herumgefummelt.

Der Chor herrlich bemalt, erinnert fast an oströmischen Glanz in Konstantinopel.

Beeindruckend, vielfältig und sogar Windows hat Einzug gehalten und auch hier dieses ewige Geriesel, dieses mal mit gregorianischen Chorälen, scheinbar hält man wirklich in Frankreich die Stille in Gotteshäusern nicht aus, oder will man nur das touristische, unheilige Gewisper übertönen?

Viele Besuchergruppen sind da, werden geführt, vor allem französische Schulkinder, gut ist das.
Gut war es auch einmal zu zweit zu Reisen, Sohnemann mit neuer Sonnenbrille

von Bollinger (nee, nicht von da, von da! :>> )

an der Ill. Man beachte die kluge Wahl des T-Shirts. Der wahre Fan des KSC weiß, dass Racing Straßburg der Partnerklub ist und Le Bleu werden sich auch gefreut haben.
Und sogar die Straßenbahnen, die es zu meiner Überraschung heutzutage da gibt (seit 1994 wieder, sagte man mir, ja ich war schon länger nicht mehr da) sehen aus wie der TGV, ist ja auch ein Alstom.

Der Bahnhof hat seine klassizistische (deutschkaiserliche) Fassade luftig leicht verglast. Das gefällt mir, sieht aus wie die Allianz-Arena lautet der Co-Kommentar und auch das war richtig.

Aber es war viel zu heiß da und so blieb es bei touristischer Umschau, einem Essen (man wird da nicht wirklich abgezockt, wie anderswo) an exaltierte Stelle

und das Wolferl verfolgt mich wohl doch.

Klar in Straßburg war er auch orgeln, dort wo der Herr Alber Schweitzer auch musizierte. Und dann ging es wieder ab in die Klima Zone der Bahn. Nur gewundert über den Bahnhof in Appenweiher haben wir uns. Drei Gleise gibt es da. 1,2 und 9. Aber vielleicht haben wir die anderen nur nicht erkannt. Zwischen Gleis 9 (nach Kehl-Straßburg) und Gleis 1 Richtung Karlsruhe-Mannheim liegen bestimmt 400 Meter und eine Straßenunterführung.