Drachrhein, Aventiure 1.4

Lisa konnte nicht einschlafen. Sie dachte nur noch an den morgigen Ausflug nach Speyer und an Peter. Es begannen da Schmetterlinge zu toben. Seit sie mit Jan Schluss gemacht hatte, war dies das erste Mal wieder. Schmetterlinge im Bauch und weiter unten begann auch einiges sich wieder zu regen. Nein, sie wollte jetzt nicht, lieber bis morgen warten. Sie belächelte sich selbst. Sie benahm sich, wie ein Teenie, dabei war sie jetzt schon 21 Jahre alt, hatte Abitur und arbeitete für ein Theater! Um sich abzulenken stöberte sie auf ihrem Phone im Netz und googelte nach Drachen. Und wurde ernst. Tatsächlich gab es seit Jahrtausenden in allen Kulturkreisen Drachen. Peter hatte recht, das musste ja irgendwo herkommen. Das ist nicht nur diese blühende Fantasy-Industrie. Sie fand den römischen Draconarius und dann gleich die Apocalypse von Johannes 12. Sie las zwar die Lutherüberetzung dazu, aber ihr aufgeputschtes Gehirn sah die Vulgata in Fraktur einen Kitschdrachen umfließend:

Und Luther übersetzte das so:

…Und sie war schwanger und schrie in Kindesnöten und hatte große Qual zur Geburt.
Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen;…Und sie gebar einen Sohn, ein Knäblein, der alle Heiden sollte weiden mit eisernem Stabe. Und ihr Kind ward entrückt zu Gott und seinem Stuhl.

Das war jetzt eindeutig zu viel. Geburts-Dinge, wenn man einen User das erste mal besuchte…Sie trank schnell den winzigen Grapparest von der WG-Party, stürzte das Bier hinunter und ging schlafen. Worauf hatte sie sich nur eingelassen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.