France 1, inmitten der Kurpfalz, na ja.


Fährt der Kurpfälzer im S-Bahn-Hopping (mit Fahrrad ab 9:00) gen Westen, mit der S2 (es gibt für ALLES ein Wiki, gell) nach Neustadt so ist er befugt die Maximilians Bahn mit dem 24 Stundenticket des VRN ins Département Bas-Rhin einzureisen, um die ehemals freie Reichstadt Weißenburg in ihrer gerade gültigen französischen Inkarnation Wissembourg zu vistieren. (Wir berichteten bereits).

Und wieder wachsen die Weinberge ins Bähnchen (im Hintergrund das Hambacher Schloss, da an den Berg geklebt), vorbei an Weilern und Städtchen, die nach ihren Weinen benannt sind, ich nenne nur Edenkoben und irgendwann ist man tatsächlich in France. Dort wo sich die Regionalbahnen der DB und der SNCF wie Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Es sollte ein kurzer Besuch werden.

Ein erster Blick auf das Rathaus: Neben der französischen Flagge (die hängt da standardmäßig) das Europafähnchen, das zeugt von dem frühen Ausscheiden der Bleu. (Das sah 1998 ganz anders aus, ich erinnere mich!)
Und dann der Schock: Ein Bierzelt für eine Männergesangsvereinsfeier oder so und das mit DEM Bier, dieser §$%&*-Brühe, das Kronenburg ist ja schon, nun, aber trinkbar und dann diese Homburger Plörre, direkt an einer meiner Lieblingskirchen. Nun ja. Das sind die Zeiten, ob die Iren doch Recht hatten? ;-).

Ein Blick umher: Die Dächer sind immer noch nicht renoviert, Stanislas ergeht sich immer noch im Garten, der polnische König, vom Zar gerade mal wieder nach Weißenburg vertrieben, könnte man meinen.

Also ab in die Kathedrale und schon geht das Gedudel los. Seit Jahren, nein seit Jahrzehnten die selbe CD, irgendwelche Madrigale, ich muss doch einmal Sonntags zum Gottesdienst hin, da ist die Musik bestimmt weg. Die Rosette, immer noch da, die Wandbemalung, der Kronleuchter, der einmal europäische Spitze war. Dschises liegt auch immer noch da, mit dem Beschwerdebuch vorn dran.

Immer wieder erschütternd: Das Kriegerdenkmal von 14/18 mitten im Dom (kein Bild, nein), da kämpfte man gerade mal wieder für Berlin, nicht für Paris und der Kaiser hieß Wilhelm, nicht Napoleon.
Wie jedes Jahr auch der „Chemin d’Art Sacré en Alsace“. Wirklich interessante Arbeiten von Marie-Kathrin Reiter-Daspet. Die Vernissage hab ich gerade verpasst. Aber jetzt werde ich wehmütig und nehme mir FEST vor: In den nächsten Jahren werde ich den Chemin ganz gehen. All diese romanischen Kirchen, die Kunst und die Küche….hhhmm. Mal seh’n. Kunst in der Kirche empfinde ich als sehr gut. Damit wir wieder lernen was Kult bedeutet. Vielleicht gibt es doch einmal eine wirkliche Annäherung.

Aber dieses Gedudel ging mir dieses Jahr wirklich auf den Geist und ich wechselte in den unvollendeten Kreuzgang, ah welch Stille, welch Genuss.

Und jetzt? Alles zu: Mein Lieblings Restaurant, das Mirabelle, der örtliche Supermarkt,

anderswo wollen sie für das Weizen 4 Euro und dann? Ein Döschen Wasser vom örtlichen Döner-Betrieb, DA war geflaggt, ja! Vorbei am urfranzösischen Fluss, der Lauter,

entlang zum Gare und dort gibt es einen urfranzösischen Händler,

der Wurst und Kaas vertreibt, für das Essen in Speyer,

aber das wird eine andere Geschichte, morgen oder so. Hier im emMBee, wo sonst? Und nächste Woche besuchen wir das gleiche Departement noch mal, aber mit der Baden-Württemberg-Karte, wir werden berichten!