Kunstwege im Rhein-Weschnitz-Kreis

(Ja, ja es heißt Kreis Bergstraße, HP mit Vornamen, früheres Amt Starkenburg)
..und dieser Kreis ist Mitglied der Metropolregion Rhein-Neckar UND der Metropolregion Rhein-Main!

2014 schrieb ich das, als ich noch Burgenblogger werden wollte.


Aber gestern erwähnte ich schon, dass ich am Bruchsee war. Ein ehemaliger Baggersee, der den Kies für die A5 lieferte, einer von vielen, hier in der Umgebung. Mit eigener Website. Bei der Anfahrt sinnierte ich, ob ich hier eine Baggersee-Serie starten sollte. Den Tag vorher dichtete ich ja am Vogelstangsee. „Laue Brisen am See“. Aber was soll man als Nicht-Wissenschaftler schon über Baggerseen schreiben? Ja natürlich, Flora, Fauna, Einfluss auf das Mikroklima.
Ich dachte auch wiederholt über unseren Kreis nach, der eben mehr als die „Hessische Bergstraße“ ist. Am Neckar und Rhein liegt und eigentlich auch Rhein-Weschnitz-Kreis heißen könnte, was das Nibelungen-Marketing besser erklären würde. Aber auch das ist müßig.. Es ist halt selten, dass ich gen Norden radle, nur dort bleibe ich unserem Kreis, dem Land Hessen…
Ich suchte am See also eine Bank, um zu lesen und einfach so umherzusitzen, was Rentner eben so tun, in ihrer Pflichterfüllung und stichelte auf Twitter:


Aber dann hat es Plemm gemacht…tausend, äh, na ja mal geseh’n..


Wortschau? Steht da wirklich „Wortschau? Gibt’s doch nicht. Kennt er denn die Wortschau? 🙂
[Update] Also das heißt Fortschritt, hat mir der Künstler erklärt… 🙂

Und da war noch mehr Kunst. Noch ein Kunstweg. Juli 2015. Ja da fuhr ich halt täglich zum Rhein, sintemals, Krankenbesuche.

Der Kunstweg Bruchsee beschildert.
Der Kunstweg Bruchsee beschildert.

Und mir ging auf, dass ich trotz solcher Aktionen


am meisten Werke von Martin Hintenlang sehe.
Aus dem Geblogge von gestern, über den „Kunstweg Tivolipark Viernheim“


Nein, ich fahre jetzt nicht umher und knipse alle Skulpturen, die er in Viernheim für die Sparkasse im öffentlichen Raum aufgestellt hat. Den Linsefranz, die Schwester Paterna, der Rieß hätte nicht sein müssen..:) Egal, die Stadt ist voller Hintenlangs. Und inzwischen finde ich das gut, sehr gut. Einfach Kunst in der Stadt. Das ist keine Kunst für die großen Museen, keine Anstößigkeiten, aber vorhanden. Teil des Alltags. Hingucker, Erinnerungen. [Update Der Linsefranz und die Paterna sind nicht von Martin Hintenlang…. 🙂
In Kontakt kam ich mit Martin Hintenlang bei der Vernissage des Kunstwegs „Glückspfade“ und Verhandlungen zu Überwälder Traumnacht, was dann zu Lesungen in Hammelbach führte.. :))
Aber warum ich das alles eigentlich verbloggte..Ich komme mal wieder Hundertsten zum Tausendsten, wie man schon anderen Orts bemerkte..


Die Kunstwege gehen irgendwie unter, werden kaum bemerkt, verschwinden als Hintergrund des Alltages, bleiben oft auch ungesehen. Dabei ist das so ein tolles Projekt.
Ich zitiere von der Website der Sparkasse Starkenburg..

screen_kunstwege

„Seit dem Jahr 2000 entstanden im Wirkungsgebiet der Sparkassenstiftung Starkenburg verschiedene Kunstwege. Initiiert wurden sie von dem Abtsteinacher Bildhauer Martin Hintenlang, der bei allen weiteren Kunstwegen als künstlerischer Leiter fungierte und auch als Künstler mitwirkte.
Bis zum Jahr 2015 konnten 19 Kunstwege installiert werden.
Rund 100 nationale und internationale Künstler haben sich inzwischen beteiligt. Vor den Augen der Öffentlichkeit zeigten sie während der Kunsttage, wie aus Rohmaterial ein Kunstwerk entsteht. Eine Woche lang wurde im „Freiluft-Atelier“ gearbeitet. Künstlerisches Schaffen war für Jedermann greifbar. Die entstandenen Kunstwerke wurden schließlich dauerhaft auf dem Kunstweg installiert.
Ob aus Stein, Holz oder Aluminium – bei der Auswahl ihrer Materialien hatten die Künstler freie Hand. Einzige Bedingung war, dass die fertigen Kunstwerke witterungsbeständig sind. Über 130 Skulpturen können mittlerweile auf den Kunstwegen in Abtsteinach, Birkenau, Fürth, Grasellenbach, Heppenheim, Lindenfels, Mörlenbach, Neckarsteinach, Rimbach, auf der Tromm, Viernheim und Wald-Michelbach bewundert werden.
Der neueste Kunst- und Klangweg wurde rund um den Heppenheimer Bruchsee im Juli 2015 eingeweiht.“

Ein sehr nachhaltiges Konzept, von Eingeborenen erdacht und gemanagt, für den Alltag der Region gedacht, ganz anders als das, äh, die „Rennomierer“ von Matchbox wollen und auch können?
Zitat von der Matchbox-Website:

Ein Format, das auf den Entdeckergeist und die Sammelleidenschaft des Publikums der Region setzt und zugleich mit seinen sehr eigenen, immer orts- und gesellschaftsspezifischen Projekten international renommierter Künstler über Landes- und Bundesgrenzen hinausstrahlt.

Das Projekt nimmt viel Geld in die Hand und lässt auf der klickstarken Seite des Theaterkritikprojekts nachtkritik.de renommieren.. Doch, ich mag Nachtkritik eigentlich, aber was hat da Matchbox zu suchen?. Wichtige Sache das.

Dann lieber eine Website zwischen Online-Banking und Vermögensmanagement…

Oder vielleicht doch anders? Es gibt so viele notleidende Webdesigner und Kunsthistoriker, ob man da nicht was machen könnte? Hat die Stiftung dafür vielleicht auch dafür ein Budget. Ich meine Werbung wäre das ja auch…

Und ja, dann vielleicht Kunstvermittlung? Also, nicht von den Künstlern oder der Kasse, sondern von Leuten, die sowas können, am liebsten „niederschwellige Kunstvermittlung“, wie Anke von Heyl in ihrem Blog „Kulturtussi“ so gerne sagt. Menschen gerne auch von hier, dem Kreis. Ja und da gäbe es auch dann keine „Banalisierung der Kunst durch Vermittlung“, es sind ja alles öffentlich entstandene Werke, Werke, die im öffentlichen Raum stehen, Teil des Ganzen, der Orte, Region, des Kreises sind. Oh ja, der Kreis könnte da auch mitmachen. Das ist Kulturwerbung! Kunst in den Orten! Es muss nicht immer alles uralt sein. Historisch. Und das mit dem Hagen und Siegfried in Siedelsbrunn ist doch auch nur eine Mär, solange da niemand den Ring singt. 🙂

Man könnte da auch ganz viele Tweetups machen, würde auch den Gemeinden Aufmerksamkeit verschaffen in diesem gigantischen Freiluftmuseum. Bloggerreisen mit dem Sponsor Rhein-Neckar-Bus vielleicht, die S-Bahn verschmäht uns ja noch. Gigantisch wäre ein Tweetup-Instawalk-Bloggerreise mit der Draisine vom Kunstweg Mörlenbach zum Kunstweg Wald-Michelbach, mit Wanderungen. Die Jungen dürfen auch snappen. Auf Snapchat. Die Sparkasse für die Jungen ohne seltsame Werbung 🙂
Ich mein ja nur…. Sagen wollte ich es halt. Nein mit Zaunpfählen handel ich nicht.

Eigentlich wollte ich Martin Hintenlang nur anmailen, ob das wirklich Wortschau heißt. 🙂
Und zum Abschluss off Topic…